Warum die PKV nicht immer die bessere Wahl ist?
Die Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung verunsichern derzeit viele Versicherte. Auch wenn sich die erste Aufregung langsam legt, ganz scheint man der Ruhe nicht zu trauen. Wie auch – schließlich reißen die Schlagzeilen rund um die City BKK nicht ab. Gerade freiwillig Krankenversicherte können in die PKV wechseln und profitieren von deren besseren Leistungen.
Dies suggeriert die Branche zumindest gern. Ist die private Krankenversicherung allerdings wirklich das Land, in dem Milch und Honig fließen? Wohl kaum – zumindest wenn man bestimmte Kriterien nicht erfüllt. Für wen rechnet sich der Wechsel in die PKV also nicht?
Familien in der PKV
Eltern können ihre Kinder in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei dank der Familienversicherung unterbringen. In der privaten Krankenversicherung sucht man ein Gegenstück dazu allerdings vergeblich. Wer in die PKV als Familie wechselt, braucht tiefe Taschen. Denn für jedes Familienmitglied – auch den Nachwuchs – fällt eine separate Versicherungsprämie an. Unterm Strich wird die PKV damit gerade für Familien mit mehreren Kindern teuer.
Risikofaktor Gesundheit
Aber nicht nur Familien müssen den Wechsel in die private Krankenversicherung sehr gründlich planen. Insbesondere wer bereits aufgrund von Vorerkrankungen in Behandlung ist, muss mit deutlich höheren Beiträgen in der PKV rechnen. Da die privaten Versicherer die Prämien unter anderem auch auf Grundlage des Gesundheitszustandes berechnen, führen Vorerkrankungen zu teilweise erheblichen Risikoaufschlägen.
Im Rahmen der Gesundheitsfragen, die von jedem Versicherten bei Antragstellung zu beantworten sind, kann es durchaus vorkommen, dass die Krankengeschichte der vergangenen zehn Jahre offenzulegen ist.
PKV: Ja oder nein?
Wer eine neue Krankenversicherung sucht, darf sich ruhig auch bei der PKV umschauen. Neben den allgemeinen Bedingungen sollte man im Krankenkassenvergleich aber auch die genannten Punkte berücksichtigen. Schließlich ist hier nicht automatisch alles Gold, was glänzt. Ein objektiver, sachlicher und vielleicht auch hin und wieder kritischer Blick hinter die Kulissen hat noch nie geschadet.
Gerade Familien mit Kindern bzw. Patienten mit chronischen Erkrankungen müssen in diesem Zusammenhang mehr als einmal die PKV als Alternative hinterfragen. Denn letzten Endes ist der Versicherungswechsel eine Entscheidung, die durchaus bis ans Lebensende binden kann.
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